Home » soziales Leben » „Ich hasse Schule“ – was kann man dagegen tun?

„Ich hasse Schule“ – was kann man dagegen tun?

  • by Anatoli Bauer
Ich hasse Schule

Vermutlich kennen diesen Satz alle Eltern in irgendeiner Form. Früher oder später kommt fast jedes Kind in eine Situation, die es schwer macht, die Schulfreude zu bewahren.

Also vorab: Sie und ihr Kind sind keinesfalls allein. Die Ursachen für diesen Zustand hingegen sind umso vielfältiger. Der folgende Text soll Ihnen eine Hilfestellung bieten, um das Problem zu erkennen und anschließend anzugehen. Das Ziel ist es, eine möglichst kindgerechte Lösung zu finden und Ihre Beziehung zu stärken.

Vorübergehende Schulunlust

Gelegentliche Unlust gehört definitiv dazu. Wer geht schon jeden Tag motiviert und voller Energie zur Arbeit? Auch auf Kinder trifft dies zu. Schule ist oft anstrengend und herausfordernd und auch der Nachwuchs ist gelegentlich einfach mal träge.

Oft reicht dann schon ein tröstendes Gespräch, um die Motivation zu erhöhen. Eine positive Aussicht für den Nachmittag – wie ein kleiner gemeinsamer Ausflug – oder auch einfach nur eine Umarmung können neue Kraft geben. Die Stimmung bessert sich gar nicht? Dann darf das Kind durchaus mal einen Tag zu Hause verbringen, wenn es möglich ist. Auch das machen wir Erwachsenen schließlich. Hat die Unlust keine schwerwiegenden Ursachen, macht das Ihr Kind nicht zum notorischen Schulschwänzer. Es erfährt allerdings Unterstützung und fühlt sich wahrgenommen und verstanden.

Gründe für Schulhass und Schulverweigerung

Im Gegensatz zum ersten Szenario entsteht echte Schulverweigerung oder Schulhass hingegen meist über längere Zeit. Zudem ist es häufig ein Zusammenspiel verschiedenster Aspekte.

Mobbing durch andere Kinder oder auch Lehrer, Angst vor konkreten Fächern wie Sport oder Mathe aus fachlichen Gründen oder einfach zunehmender Leistungsdruck sind einige der häufigsten Gründe.

Vor allem bei jüngeren Kindern entstehen Probleme und Schulfrust auch durch grundlegende Lernschwächen wie zu langsames oder noch unsicheres Lesen. Dies wiederum führt zu generellen Verständnis- und Lernproblemen und ein Negativkreislauf entwickelt sich.

Schulverweigerung zeigt sich auf vielfältige Weise

Oft äußern Kind jedoch nicht konkret, was sie bedrückt oder sprechen aus, welches Problem zugrunde liegt. Kinder, die die Schule zunehmend ernsthaft verweigern, zeigen oft zunächst körperliche Symptome wie Kopf- oder Bauchschmerzen. Sie sind morgens regelmäßig unmotiviert, trödeln oder verspäten sich und wirken beim Thema Schule zunehmend verschlossen. Sie erscheinen außerdem energielos und traurig und es gibt kaum soziale Kontakte. Generell werden schlechte Noten und Aufgaben verheimlicht und besonders jüngere Kinder können sich schwer trennen.

Je früher man diese Symptome erkennt und entsprechend deutet, desto schneller können Sie auf ihr Kind eingehen und der Entwicklung entgegenwirken. Aufmerksamkeit gegenüber dem Nachwuchs sollte also stets oberste Priorität haben.

Positive Grundstimmung schaffen

Grundsätzlich sollte man dem Schulleben positiv gegenüberstehen und Interesse am schulischen Alltag zeigen. Lassen Sie sich Aufgaben und Hefte zeigen und freuen sie sich auch über kleine Fortschritte und Erfolge. Aber bekräftigen Sie auch die Bedeutung von Misserfolgen. Sie gehören dazu und auch aus Fehlern lernt man.

Stärken Sie das Selbstbewusstsein durch Aufgaben im Alltag und positive Rückmeldungen und fördern Sie die Selbstständigkeit indem bestimmte Dinge allein erledigt werden sollen. Auch eine klare Tagesstruktur kann dem Kind helfen eine positive Schulbeziehung beizubehalten.

So helfen Sie Ihrem Kind

Ihr Kind steckt dennoch bereits mittendrin in der Verweigerungsspirale? Dann können Sie nur gemeinsam das Problem lösen. Zunächst müssen Sie in Gesprächen den Auslöser finden. Oft wird dies schwerfallen und viel Energie und Emotionen kosten. Beleuchten Sie in diesem Zusammenhang auch Ihre familiäre Situation. Gibt es Auslöser, die ebenfalls eine Rolle spielen könnten?

Wichtig ist in erster Linie das Kind stets ernst zu nehmen und eine verlässliche Konstante zu sein, die es unterstützt und versteht. Sollten Sie dem Problem nicht allein durch Gespräche auf den Grund gehen können, besprechen Sie ihre Sorgen mit der Lehrkraft und gegebenenfalls mit dem schulpsychologischen Dienst.

Die letzte Konsequenz kann und muss der Schulwechsel sein. Auch wenn es ein drastischer Schritt ist, ist er oft die einzige Lösung, um dem Kind wieder ein positives Schulerlebnis zu ermöglichen. Selbstverständlich sollte dies gut überlegt und abgewogen werden. Aber die Schulzeit prägt Ihr Kind für sein weiteres Leben und sollte den bestmöglichen Start in ein späteres Berufsleben ermöglichen. Aus diesem Grund ist es wichtig, alles zu tun, damit dies gewährleistet ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.