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Was bedeutet schmusen? – Bedeutung, Synonyme & Beispiele

  • by Anatoli Bauer
Was bedeutet schmusen

Zärtlichkeit ist von der Natur so gewollt und vorgesehen. Ob zwischen einer Mutter und ihren Kindern, einem Tierfreund und seinem geliebten Vierbeiner oder zwischen zwei Menschen, die sich begehren: Schmusen und Streicheleinheiten gehören einfach dazu. Das sogenannte „Kuschelhormon“, Oxytocin sorgt dafür, dass wir uns in zärtlichen Situationen zumeist sehr behaglich fühlen. Ebenfalls spielen Pheromone, also eigentlich geruchsneutrale Sexuallockstoffe hierbei eine wichtige Rolle, denn diese regeln nicht nur das Empfinden der Begierde. Sie spielen neben Oxytocin auch beim Schmusen eine Rolle. Wird man unsanft und/oder gegen den eigenen Willen berührt, quittiert der Körper das mit dem Stresshormon Cortisol. Man unterscheidet im Allgemeinen also zwischen positiv und negativ empfundenen Berührungen.

Synonyme für das Schmusen

Das Deutsche ist eine extrem synonymreiche Sprache. Da bildet das Schmusen keine Ausnahme. Ob kuscheln, Zärtlichkeit austauschen, sich aneinanderschmiegen, Intimität teilen oder körperliche Nähe suchen: An Euphemismen und Umschreibungen für das Zärtlich sein mangelt es in der Hauptsprache des DACH-Bereiches jedenfalls nicht. In regionalen Dialekten kommen natürlich noch eine Reihe Dialekt-spezifische Synonyme dazu. Diese hier auch nur ansatzweise aufzuzählen, würde aber den Rahmen sprengen. Es gibt einfach zu viele, eben weil Schmusen sehr weit verbreitet ist. Es reden aber wenige Menschen im DACH-Bereich offen über Zärtlichkeit, Es ist in gewisser Weise ein verpöntes Thema für viele Menschen hierzulande. Sonst gäbe es wahrscheinlich noch viel mehr deutschsprachige Synonyme für das Schmusen oder Kuscheln.

Beispiele für Zärtlichkeiten

Neben den schon im Abschnitt „Bedeutung“ verwendeten Beispielen existieren noch eine ganze Reihe weitere: Eine Reiterin oder ein Reiter verhält sich zärtlich zu dem dazugehörigen Pferd, und beim Thema Mutter-Kind-Bindung kommt dem Schmusen eine besondere Bedeutung zu. Ob der lobende Klaps nach dem Bäuerchen, das Stillen oder einfache Streicheleinheiten: In all diesen Situation kommunizieren Mutter und Kind über Zärtlichkeiten und das Schmusen. Auch eine Landwirtin oder ein Landwirt kann über Zärtlichkeit eine tiefere Bindung zu seinem Nutzvieh herstellen. Das ist sogar relativ häufig der Fall. Dass Haustiere mit Frauchen oder Herrchen schmusen und Zärtlichkeiten austauschen, ist fast schon obligatorisch. Auch dieses Schmusen zwischen geliebtem Vierbeiner und Besitzerin oder Besitzer dient – biologisch gesehen – dem Etablieren einer engeren und tieferen Verbindung zwischen zwei Wesen. Das ist einer der Gründe, warum dem Schmusen auch in einigen Richtungen der Spiritualität kommt der Zärtlichkeit eine besondere Bedeutung zu. Diese Bedeutung kann variieren, hat aber oft etwas mit dem Streben nach Seelenfrieden oder auch der Verbindung mit Höherem zu tun.

Ein Baby auf dem Arm zu halten ist auch eine Form von Schmusen, auch wenn nicht die Mutter oder der Vater das Baby hält. In den ersten drei Jahren wird das Meiste der Prägung eines Menschen erledigt. Deswegen kommt dem frühkindlichen Alter und der Mutter-Kind-Bindung in dieser Zeit eine besondere Rolle zu.

Das nächste wichtige Feld ist die Intimität und Sexualität der Menschen, ob monogam oder – eher in unserer Natur liegend – polygam. Sicherlich hat das Schmusen in der Verführung eine ähnlich große Bedeutung wie das Zusammenspiel von Oxytocin und Pheromonen, wenn es um Zärtlichkeit geht. Man sieht: In vielen Lebenslagen wird geschmust, auch wenn die Leute nicht besonders viel darüber reden.

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am: 14. Januar 2022 von Anatoli Bauer

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