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Was ist ein Vergleichskind? – Aufklärung

Was ist ein Vergleichskind

Für viele Paare ist eine Familie erst dann komplett, wen ein Kind geboren wird. Bevor es auf die Welt kommt, wird es bereits verglichen.

Für viele Paare ist eine Familie erst dann komplett, wen ein Kind geboren wird. Bevor es auf die Welt kommt, wird es bereits verglichen.

Mit wem wird es verglichen?

Es gibt so viele Studien, auf die man Bezug nimmt. Die Forschung entwickelt sich weiter und daher werden noch etliche Studien folgen. Das ungeborene Kind wird anhand einer Skala „bewertet“. Ist es der Schwangerschaftswoche entsprechend entwickelt? Diese Skala, so könnte man es ausdrücken, ist das Vergleichskind.

Also der Vergleich von vielen Kindern, ergibt einen Durchschnitt, das Vergleichskind ist damit geboren.

Das ist doch ein so negativer Ausdruck oder nicht?

Strenggenommen, gibt es genug Gründe, warum man Kinder nicht vergleichen sollte! Im Sprachgebrauch wird das Wort Vergleichskind kaum eingesetzt. Es hat eher seinen Ursprung in der Psychologie bzw. der Soziologie. Es ist daher kein negativer Ausdruck. Es werden nämlich nur die Fakten mit anderen verglichen um so zu erkennen, ob das Kind, wie in diesem Beispiel, sich gut entwickelt.

Warum sollte man sein Kind nicht vergleichen?

Wenn der Kinderarzt das Kind untersucht und es dann mit dem Vergleichskind vergleicht, erkennt er, wie oben bereits erwähnt, eventuelle Verzögerungen in der Entwicklung. Es macht daher einen großen Unterschied wer und womit „vergleicht“.
Es gibt so viele Väter und Mütter, die sich von anderen Vätern und Müttern so schnell verunsichern lassen, dass sie automatisch ihr eigenes Kind mit dem, der anderen vergleichen. Sie machen sich oftmals unnötige Sorgen und Vorwürfe.
Es wird gern und oft vergessen, dass jedes Kind sich in seinem Tempo entwickelt. Das eine spricht früher, das andere krabbelt später. Wenn man sich nun beirren lässt und das Kind vergleicht, wird das Kind sich nicht gut genug fühlen. Es wird sich womöglich weniger geliebt fühlen, weil es eben anders ist. Sein Selbstwertgefühl wird sinken. Es wird das Gefühl bekommen, sich nicht genug anzustrengen, damit wertlos zu sein. Es wird in eine Schublade gepackt.

Ein Kind kann sich nicht geborgen fühlen, wenn es verglichen wird. Akzeptanz, Vertrauen und Liebe sind die Bausteine für eine gesunde Eltern-Kind-Beziehung.

Wie kann man das Wort „Vergleichskind“ noch verstehen?

Salopp ausgedrückt könne man das Vergleichskind auch „Standardkind“ nennen. Ein Standard wurde gebildet und sein eigenes Kind wird eben hiermit verglichen.

Solche Standards kennen wir auch aus anderen Bereichen. Zum Beispiel die Standardgröße eines Mannes. Sie wird mit 1,77 m bemessen. Weder die Männer die unterhalb oder oberhalb dieser Zahl liegen, sind schlechter oder besser. Es ist eine einfache Zahl.
Ein weiteres Beispiel wäre zum Beispiel das Alter der Frau in Deutschland der Erstgebärenden. Im Europäischen Vergleich liegt dies bei 29,8 Jahren. Auch dies ist eine einfache Zahl. Sie sagt nicht aus, dass eine Mama mit 22 Jahren oder 41 Jahren schlechter oder besser ist.
Ein Vergleichskind ist, obwohl es das Wort gerne herleiten lässt, kein negatives Wort über ein Kind. Es ist lediglich ein Durchschnitt vieler. Kleinere Abweichungen sind völlig normal und bedürfen keinerlei Sorge oder ein Zutun von frischgebackenen Vätern und Müttern.

Jedes Kind, welches geliebt wird, so wie es ist, wird früher oder später auch alles erlernen, was es erlernen kann. Wenn alle Kinder gleich wären, welches würde denn dann noch aus der Reihe tanzen?

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