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Was ist ein(e) Großonkel/Großtante? – Verwandschaft

  • by Anatoli Bauer
Was ist ein(e) Großonkel/Großtante

Unzählige Menschen beschäftigen sich mit dem interessanten Hobby der Familien- bzw. Ahnenforschung, um auf diese Weise einen Überblick über die gesamte Familie zu erhalten. Nicht selten geschieht dies mit der Zielsetzung, dass irgendwann einmal ein vollständiger Stammbaum aus der Forschung heraus entsteht. Diejenigen Personen, die in der glücklichen Position sind, dass die eigenen Großeltern oder sogar Urgroßeltern noch leben, können mit ein wenig Glück noch auf die Erinnerungsschätze der Vorfahren zurückgreifen. Wenn Oma oder Opa jedoch nicht mehr am Leben sind und die eigenen Eltern die näheren Verwandten vielleicht nicht persönlich kennengelernt haben, wird die ganze Angelegenheit schon ein wenig schwieriger. Überdies stellt sich auch im Zusammenhang mit so manchem Angehörigen der Familien, in welchem Ausmaß überhaupt ein Verwandtschaftsverhältnis besteht.

Das Musterbeispiel Großtante oder Großonkel

Es kommt sehr häufig bei Kindern vor, dass die Frage nach einem Verwandtschaftsverhältnis insbesondere bei der Großtante oder dem Großonkel gestellt wird. Auf den ersten Blick mag diese Frage für die meisten Erwachsenen relativ simpel zu beantworten sein, allerdings ist die Verwandtschaftsverhältnis zu der Großtante oder dem Großonkel auf den zweiten Blick nicht ganz so einfach. Sicherlich ist das Verwandtschaft der Großtante oder des Großonkels zu der eigenen Person sehr schnell erklärt, da es sich um die Schwester bzw. den Bruder der Großeltern eines Enkelkindes handelt. Aus Sicht der Eltern des Kindes ist die Großtante bzw. der Großonkel die Tante bzw. der Onkel.

Die Bezeichnung „Groß“ als Merkwort

Im Zusammenhang mit dem direkten Verwandtschaftsverhältnis kann sehr leicht die Bezeichnung „Groß“ verwendet werden. Durch diese Bezeichnung wird der Umstand beschrieben, dass es sich nicht um ein direktes Verwandtschaftsverhältnis des ersten Grades handelt. Das direkte Verwandtschaftsverhältnis besteht im ersten Grad lediglich aus den Eltern sowie den Kindern bzw. aus der Sicht der Kinder auch aus den Geschwistern. Diejenigen Verwandten, vor deren Bezeichnung ein „Groß“ gesetzt wird, sind Verwandte des sogenannten zweiten Grades. Dies bedeutet, dass diejenigen Verwandten nicht auf dem direkten Wege mit einer Person verwandt sind, sondern vielmehr über einen weiteren Zweit, dem sogenannten Grad. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Großeltern, welche die Eltern der eigenen Eltern darstellen. Aus Sicht des Enkelkindes ist die Großmutter bzw. der Großvater daher ein Verwandter der zweiten Linie.

Das Merkwort „Groß“ gerät langsam in Vergessenheit

Die Bezeichnung „Großmutter“ oder auch „Großvater“ gehören hierzulande zu denjenigen Bezeichnungen, die bei Kindern immer seltener Verwendung finden. Geläufiger sind in diesem Zusammenhang eher die Bezeichnungen „Oma bzw. Omi“ oder „Opa bzw. Opi“. Diese Entwicklung bringt jedoch den Effekt mit sich, dass die Bedeutung des Merkwortes „Groß“ mittlerweile schon ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Trotz dieses Umstandes lässt sich die Bedeutung des Merkwortes „Groß“ auch in der heutigen Zeit noch sehr gut ableiten.

Der verschollene Großonkel als Erbonkel

Es wird immer sehr gern davon berichtet, dass durch einen verschollen geglaubten Großonkel oder eine Großtante im Ausland ein Mensch zu einem großen Erbvermögen gekommen ist. Obgleich sich diese Erzählung ein Stück weit sehr schön anhört, so entspricht sie jedoch in der Regel nicht den realen Gegebenheiten. Es ist zwar durchaus denkbar, dass sich durch bestimmte Familienabzweigungen eine Großtante oder ein Großonkel im Ausland lebt. Allein dieser Umstand bedeutet jedoch nicht, dass auch tatsächlich ein Erbanspruch besteht. Dies ist eher die absolute Ausnahme, da auch die erbrechtlichen gesetzlichen Regelungen des jeweiligen Landes, in dem die Großtante oder der Großonkel lebt, beachtet werden müssen. In der Regel hat die Großtante oder der Großonkel selbst auch Kinder, sodass diese Kinder erbrechtlich den Hauptanspruch haben.

Die Kinder der Großtante oder des Großonkels

Hat eine Großtante oder ein Großonkel eigene Kinder, so besteht auch hier ein verwandtschaftliches Verhältnis über mehrere Grade. Hierbei handelt es sich dann um die Großcousinen oder auch Großcousins, sodass im Volksmund auch gern von einem Verwandtschaftsverhältnis um die Ecke gesprochen wird. Diese Bezeichnung stammt von der Ansicht eines klassischen Stammbaumes ab, bei welchem die Linien eckig gezeichnet werden. Die Großtante oder des Großonkels wäre aus der Sicht eines Enkelkindes zu den Großeltern bereits einmal um die Ecke auf dem besagten Baum platziert, da sie für gewöhnlich auf einer Linie neben den Großeltern zu finden sind. Haben die Großtante oder der Großonkel ihrerseits selbst Kinder, so wären diese Kinder auf einer Linie mit den Enkelkindern zu finden. Eine direkte Linie zu den Großcousinen oder Großcousins indes besteht nicht, da es auch kein direktes Verwandtschaftsverhältnis gibt.

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