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Was ist Intertextualität? – Bedeutung, Definition & Erklärung

  • by Anatoli Bauer
Was ist Intertextualität

Intersexualität bezeichnet verschiedene medizinische Phänomene mit unterschiedlichen Ursachen. Hierzu zählen abweichende Geschlechtschromosomen oder hormonelle Entwicklungsstörungen. Viele Fälle treten bereits durch uneindeutige Genitalienmerkmale bei der Geburt eines Kindes zutage, einige fallen jedoch erst in späteren Jahren ins Gewicht, weil nur die inneren Geschlechtsorgane betroffen sind. Fachpersonen schätzen, dass etwa zwei Prozent der deutschen Bevölkerung zu den Menschen mit intersexuellen Merkmalen gehören. Die Ursache der Intersexualität liegt in der frühen Entwicklungsphase des Embryos. Die Organe beider Geschlechter entwickeln sich aus den gleichen Anlagen, kommt es hier zu Entwicklungsabweichungen, entsteht eine Form der Intersexualität.

Dabei entstehen unterschiedliche Varianten mit verschiedenen Ausprägungen. Besonders bekannt und mit einer Häufigkeit von 1:2.500 Geburten ist das Turner-Syndrom. Hierbei wird in der Regel nur ein X-Chromosom gebildet, dabei entstehen weibliche innere und äußere Geschlechtsorgane, allerdings tritt keine Pubertät ein und weitere körperliche Entwicklungsstörungen wie Kleinwuchs treten auf.
Andere Faktoren können beispielsweise gutartige Tumore sein, die bereits vor der Pubertät in der Nebennierenrinde, Eierstöcken oder Hoden auftreten und Hormone produzieren, die geschlechtsuntypische Entwicklungen hervorrufen können.
Die Intersexualität als angeborene Entwicklungsstörung steht der Transsexualität, auch Transidentität genannt, gegenüber. Hierbei verfügt der Mensch über vollständig ausgeprägte Merkmale eines Geschlechts, sieht sich allerdings dem anderen Geschlecht zugehörig, teilweise auch gar keinem speziellen Geschlecht, was als Non-binär bezeichnet wird.

Psychische Belastung

Die Menschen mit intersexuellen Merkmalen und besonders auch die Menschen mit Transidentität leiden häufig psychisch unter ihrem „Anderssein“. Hier kann das Umfeld eine sehr wichtige Rolle spielen: In einem offenen, zugewandten Milieu können die Kinder und Jugendlichen sich öffnen und sie selbst sein. So können bereits im Kindesalter positive Merkmale herausgestellt und dem Kind Selbstbewusstsein vermittelt werden. Die Eltern, aber auch andere Bezugspersonen in Kita, Schule, Verein und Freundeskreis, sollten dem intersexuellen Kind zunächst einmal als Mensch begegnen und ihn oder sie genau so akzeptieren, wie er oder sie sein will. Eine engmaschige Betreuung durch einen Endokrinologen sollte sowieso von Anfang an erfolgen, besonders wenn mit weiteren Entwicklungsstörungen gerechnet werden kann, die Behandlung bedürfen. Während der Pubertät kann auch ein Kinder- und Jugendpsychologe helfend zur Seite stehen.
Eine besondere Hinwendung benötigen auch die Menschen, die sich zu einem Zeitpunkt in ihrem Leben als Transident outen. Oft erfolgt dieses Outing erst nach einem angen Leidenswegl, auf dem die Menschen versuchten, sich den Normen der Gesellschaft anzupassen. Für ihr Umfeld ist das Outing oft ein Schock, denn gerade, weil die Betroffenen sich häufig so angepasst verhalten haben, ahnte niemand etwas. Da ist dann die erste Reaktion meist: „glaube ich nicht!“ Das ist natürlich, doch sollte weiterhin das Gespräch gesucht und dem Betroffenen Unterstützung angeboten werden. Da das nicht immer einfach ist, können auch Eltern oder Geschwister die Hilfe eines Psychologen in Anspruch nehmen und sich von den behandelnden Ärzten beraten lassen.

Andere Kulturen, andere Sichtweisen

In der monotheistisch geprägten Welt steht oft das Bild von Mann und Frau als Gegensätze vor dem geistigen Auge der Menschen. Doch nicht überall und zu jeder Zeit wurde Intergeschlechtlichkeit als etwas „falsches“ angesehen. In vielen indianischen Kulturen vom Polarkreis bis Mittelamerika wurden die sogenannten „Two-Spirits“ als Schamanen verehrt, da sie beide Geschlechter in sich vereinten und somit dem geschlechtslosen Schöpfer am nächsten standen.
Im Buddhismus und Hinduismus werden intergeschlechtliche Gottheiten wie Shiva und Shakti verehrt, die untrennbar miteinander verbunden sind und die Einigkeit des Universums symbolisieren.

Im Christentum hingegen wurden die beiden eindeutigen Geschlechter als von Gott gegeben gesehen, was zu Ausgrenzungen oder Zwangsmaßnahmen gegenüber intersexuellen Menschen führte. Diese Auslegung wandelte sich erst in den letzten Jahrzehnten und findet auch in der Gesellschaft, in der Sprache und der Gesetzgebung immer mehr Anerkennung. 2021 schließlich wurde im Bundesrat das Gesetz zur Änderung des Achten Sozialgesetzbuches (SGB VIII) verabschiedet. Dies bezieht sich auf die Erziehung und Gleichberechtigung junger Menschen und erwähnt im dritten Absatz, dass die Gleichberechtigung unter den Geschlechtern gefördert werden soll, was auch ausdrücklich transidente, nichtbinäre und intersexuelle Menschen einbezieht. Nach der langen Geschichte von Ausgrenzung und Ablehnung ist dies ein Meilenstein der deutschen Geschichte.

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am: 28. Dezember 2021 von Anatoli Bauer

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