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Warum behandelt man Menschen die man liebt schlecht?

Warum behandelt man Menschen die man liebt schlecht

Liebe ist ein großes und überwältigendes Gefühl. Es ist die stärkste Wertschätzung, die man einem anderen Menschen entgegenbringen kann und doch kann Liebe auch unglaublich wehtun. Dabei spielen oftmals nicht nur eigene Verletzungen eine Rolle, denn manchmal verletzt man genau die, die man selbst am meisten liebt. Wieso ist das so? Warum behandelt man Menschen, die man liebt, schlecht?

Liebe ist ein großes und überwältigendes Gefühl. Es ist die stärkste Wertschätzung, die man einem anderen Menschen entgegenbringen kann und doch kann Liebe auch unglaublich wehtun. Dabei spielen oftmals nicht nur eigene Verletzungen eine Rolle, denn manchmal verletzt man genau die, die man selbst am meisten liebt. Wieso ist das so? Warum behandelt man Menschen, die man liebt, schlecht?

Selbstschutz oder doch nur Trugschluss?

Der Mensch ist ein soziales Wesen. In der Regel umgibt er sich mit Personen, die ihm guttun und ihm gegenüber positiv gestimmt sind. Wenn diese Beziehungen, ob nun romantischer oder freundschaftlicher Art aus welchen Gründen auch immer zerbrechen, führt dies zu Verletzungen. Jede Trennung schmerzt und hinterlässt Narben auf der Seele. Manchmal entscheiden sich bewusst oder unbewusst einige Menschen dazu, niemanden mehr an sich heranzulassen. Sie haben Angst vor weiteren Verletzungen. Dies führt in einigen Fällen dazu, dass nicht nur neue Bekanntschaften, sondern auch bestehende Freundschaften weggestoßen werden. Der Mensch hat die Befürchtung, wieder verletzt zu werden und trifft lieber selbst die Entscheidung zur Trennung. Damit gewinnt er das Gefühl, Macht und Kontrolle über den Schmerz zu erhalten. Allerdings ist dies nur ein Trugschluss, denn was er dabei nicht sieht, ist, dass die Distanz auch die Leute verletzt, die er im tiefsten Innern am meisten liebt. Grund für ein solches Verhalten ist oft fehlende oder geringe Selbstliebe. Manchmal denken Menschen, dass sie selbst nicht gut genug für andere sind und dass sie deren Liebe nicht verdienen.

Die Wahrheit tut weh

Die wenigsten Menschen üben gern Kritik aus. Doch manchmal ist das für den Fortschritt oder die Persönlichkeitsentwicklung unentbehrlich. So groß der Nutzen auch ist, so schwer die Umsetzung, denn die Wahrheit kann wehtun. Niemand möchte negative Dinge hören oder sich eigene Schwächen eingestehen. Wenn man einem geliebten Menschen die Wahrheit sagt, tut man das in der Regel, um diesen vor Schaden zu beschützen. Obwohl diejenige Person es nur gut meint, verletzt sie damit ihr Gegenüber, denn Worte besitzen teilweise eine sehr verletzende Wirkung.

Auch die umgekehrte Situation führt leider zu enormen Verletzungen. Gerade die Menschen, die man liebt, sind die, die am ehesten ehrlich sind und einem selbst die Wahrheit ins Gesicht sagen, denn es ist einfach, einem Fremden oder einer losen Bekanntschaft etwas vor zu machen. Nur nahe stehende Personen sind in der Lage, hinter die Fassade blicken zu können und kennen Schwächen und Ängste der Person. Niemand hört dann gern die unbequeme Wahrheit. Es ist viel angenehmer, unangenehme Sachen zu verdrängen und vor sich herzuschieben. Die erste Reaktion ist dann vermutlich Verleugnung und Verteidigung. In diesen Situationen fallen vielleicht Worte, die sehr verletzend wirken und nicht mehr zurückgenommen werden können.

Stress ist nicht die Entschuldigung für alles

Der Alltag der meisten Menschen ist oftmals geprägt durch Hektik, Prüfungsstress oder Termindruck. Sie hetzen von einer Verpflichtung zur nächsten und leiden unter der Last, vermeintliche Pflichten zu erfüllen. Das Ergebnis ist ein dünnes Nervenkostüm. Diese Menschen gehen beim nächstbesten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, an die Decke. Der Ausbruch trifft jeden, der dann zufällig in der Nähe ist. Auch wenn den meisten die Reaktion Fremder nicht wichtig ist, ist die Hemmschwelle dort größer. Bei Menschen, die einem nahe stehen und mit denen man selbst in einer Beziehung ist, weiß man, dass man nicht immer zu 100 Prozent vorzeigbar und perfekt sein muss. Es herrscht grundsätzlich die Gewissheit, dass der andere bleiben wird. Die Hemmschwelle sinkt und es fallen Worte, die das Gegenüber ungemein treffen können, obwohl diese Person nicht Adressat des Ausbruches ist.

Das führt zu Unvorsichtigkeit. Dabei muss man aber vorsichtig sein. Auch und gerade Worte können äußerst verletzend sein.

Fazit

Es ist keine Seltenheit und auch nicht verwunderlich, dass man gerade die Menschen schlecht behandelt, die man am meisten liebt. Es existieren viele Gründe, um ein solches Verhalten zu erklären. Der erste und wichtigste Schritt ist jedoch, das Muster zu erkennen und sich selbst die Frage zu stellen, warum man so handelt und woher dieses Verhalten kommt. Die Psyche des Menschen ist vielfach unergründlich. Dennoch sind es oftmals die eigenen Probleme und weniger Verhalten oder Handlungen der anderen. In einer solchen Lage hilft es ungemein, sich selbst in sein Gegenüber hineinzuversetzen und sich zu fragen, ob man selbst genauso behandelt werden möchte.

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