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Was ist eine exklusive Beziehung? – Aufklärung

  • by Anatoli Bauer
Was ist eine exklusive Beziehung

Die berühmten Schmetterlinge im Bauch – sie machen die ersten Phasen einer Beziehung zu einer aufregenden Zeit. Das erste Date, das zaghafte Kennenlernen, die vielen schönen Momente, an die man so gerne zurückdenkt. Doch was folgt auf das erste Kribbeln? Der Übergang zur festen Beziehung. Oder eben auch nicht.

Was Exklusivität in einer Beziehung bedeutet

Exklusivität. Ein Wort, das für Geschlossenheit steht. Es beschreibt etwas, das nur einem kleinen Kreis zugänglich ist. Im Falle einer Beziehung einem sehr kleinen Kreis, der aus zwei Menschen besteht, die sich dazu entschlossen haben, eine feste Bindung einzugehen.

Commitment, das bedeutet Engagement sowie Verpflichtung, ist die Grundlage für eine exklusive Beziehung. Man entscheidet sich bewusst für Treue. Für eine Person, mit der man bestenfalls den Rest seines Lebens verbringen möchte. Manchen Menschen fällt diese Entscheidung leicht, andere wiederrum stellen sich einige Fragen. Eine davon lautet: wann ist der Moment gekommen, in dem sich zwangloses Dating in eine ernsthafte Beziehung verwandelt?

Wie beginnt man eine exklusive Beziehung?

Es mag ernüchternd sein, aber den einen Moment, in dem sich alles ändert, gibt es vermutlich nicht. Der Schlüssel heißt offene Kommunikation.

In Deutschland ist ein solches Gespräch nicht so üblich wie beispielsweise in Amerika, wo es fast zum guten Ton gehört. Hierzulande handelt es sich meist um einen fließenden Übergang von erster Verliebtheit in Exklusivität. Das heißt jedoch keinesfalls, dass man diese Frage deshalb nicht stellen sollte.

Bevor man seinen potentiell festen Partner mit der Frage nach Verbindlichkeit konfrontiert, sollte man zunächst in sich selbst hineinhören. Die eigenen Gefühle zu hinterfragen ist ein guter Weg, um sich über persönliche Wünsche und Zukunftsvorstellungen klar zu werden. Dabei können zwei erdachte Szenarien helfen. Man stellt sich vor, mit einer anderen Person zusammen zu sein und man stellt sich vor, wie man sich fühlt, wenn der Partner oder die Partnerin mit einer anderen Person zusammen ist. Das intuitive Gefühl, das aus einer solchen Vorstellung resultiert, spiegelt wider, wie man sich die Beziehung vorstellt.

Wer dennoch einen passenden Moment abwarten will, um das Thema anzusprechen, der tut es am besten vor dem Kennenlernen des Freundeskreises oder der Familie. Einerseits ist die Bereitschaft des Vorstellens enger Vertrauter durchaus ein Zeichen für Exklusivität, andererseits ersetzt es kein klares Statement.

Diese Alternativen zu Exklusivität gibt es

Obwohl eine exklusive Beziehung die verbreitetste Form der Partnerschaft ist, ist sie selbstverständlich nicht die einzige.
Gegenentwürfe können offene Beziehungen sein, aber auch das Modell Freundschaft Plus ist eine Beziehungsvariante, die ohne Exklusivität auskommt.

Jede Beziehung hat ihre eigenen Regeln. Monogamie und Exklusivität gehen nicht zwingend Hand in Hand. Wer sich auf einen Menschen einlässt, setzt sich automatisch mit solchen Fragen auseinander. Sind Liebe und Sex getrennt voneinander lebbar? Und bleibt die Beziehung exklusiv, wenn man ausschließlich den Partner liebt, aber mit anderen Menschen Sex haben möchte? Sex bedeutet nicht gleich Exklusivität. Körperliche Intimität bedeutet nicht für jeden Menschen gleich Liebe.

Wichtig ist, dass Exklusivität keine Einbahnstraße sein sollte. Beide Partner müssen sich mit der Entscheidung für oder gegen Exklusivität wohlfühlen. Es gibt durchaus Beziehungen, in denen die Exklusivität nur für einen Partner gilt und beide sich damit arrangieren können. Dieses Modell ist jedoch seltener.

Generation Bindungsunfähig?

Exklusivität spielt eine entscheidende Rolle im Exkurs über die immer wieder thematisierte Beziehungsunfähigkeit, die Mitzwanzigern häufig unterstellt wird. Zurückzuführen ist dies wohl unter anderem darauf, dass alternative Beziehungsmodelle nie so ausgiebig besprochen worden sind wie heute.

Es findet eine Entwicklung statt. Das Modell „bis dass der Tod uns scheidet“ ist eines, das ausläuft. Zumindest besitzt es nicht mehr dieselbe Unumstößlichkeit wie noch vor einigen Generationen. Was als die Unfähigkeit, eine Beziehung zu führen, eingestuft wird, ist oftmals nur die Entscheidung, keine Beziehung zu führen, in der man nicht glücklich ist. Exklusivität ist nur ein Faktor von vielen, auf die es am Ende ankommt.

Lange Zeit galt Exklusivität als das Nonplusultra, die Grundlage jeder guten und gesunden Beziehung. Erst nach und nach gelangt die Gesellschaft zu der Erkenntnis, dass es sich dabei nicht um ein allgemeines Gesetz, sondern eine ganz persönliche Entscheidung handelt.

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